Kapitel 7-4: Der Einfluss des Priestertums auf die Gesellschaft

Die Frage des Priestertums betrifft nicht nur die Kirche; sie umfasst und beeinflusst jeden Aspekt der Gesellschaft. Sie bestimmt nicht nur das religiöse Klima der Nation, sondern auch

  • die Grundlagen von Familie und Ehe,
  • wirtschaftliche Aktivitäten und Gerechtigkeit,
  • die Art und Weise, wie das Land regiert wird,
  • die Art von Gesetzen, die im Land erlassen werden,
  • was in der Gesellschaft als wertvoll angesehen wird, und
  • die gesellschaftliche Mentalität des Landes.

Dieser letzte Punkt ist sehr wichtig. Was ist die kollektive Denkweise einer Nation? Es ist die automatische Art und Weise, wie eine Gesellschaft denkt, wie sie die Welt und das Leben betrachtet, die Werte dieser Gesellschaft, die Lebensprinzipien, die diese Gesellschaft akzeptiert und achtet, was diese Gesellschaft als akzeptabel oder inakzeptabel ansieht, und die Lebensweise der Menschen in dieser Gesellschaft. Es ist der akzeptierte Lebensstil und die Art und Weise, wie sich die Menschen den Gepflogenheiten dieser Nation unterwerfen. Es ist der ungeschriebene Kodex der Gesellschaft, das „Gesetz des Landes“.

Die Kultur, die Medien, das Bildungswesen und die Unterhaltungsindustrie des Landes spiegeln diesen ungeschriebenen Kodex wider. Er zeigt sich in der Art und Weise, wie wir unsere Menschen erziehen, darin, was als politisch korrekt oder inkorrekt gilt. Er ist das, was uns zu dem macht, was wir sind, was uns unseren Charakter verleiht. Er ist die Art und Weise, wie Außenstehende uns beschreiben; sie werden über uns gemäß jenem inneren Gesetz sprechen, das unsere Gesellschaft regiert.

Wir erkennen jedoch nicht, dass dieses innere Gesetz tatsächlich aus dem geistlichen Bereich gesteuert wird. Es mag durch Bildung, Unterhaltung, Kultur, Medien und andere Mittel verbreitet und gefördert werden, aber diese Instanzen sind nicht das, was dieses innere Gesetz schafft. Sie sind lediglich Spiegelbilder dessen, was in der geistlichen Atmosphäre des Landes herrscht.

Wenn die Medien beispielsweise Musik, eine Fernsehsendung oder eine Werbekampagne produzieren, die nicht mit der geistigen Atmosphäre im Einklang steht, werden die Menschen sagen: „Das ist falsch! So etwas darf man nicht schreiben. So etwas darf man nicht offen im Fernsehen zeigen.“ Alle werden schreien: „Nein!“ Warum? Wegen der gesellschaftlichen Normen, die in der geistigen Atmosphäre etabliert wurden.

Noch vor zehn Jahren gab es bestimmte Ideen, Bilder oder Formulierungen, von denen die Medien wussten, dass es inakzeptabel war, sie in die Öffentlichkeit zu bringen. Es gibt heute Dinge im Fernsehen, die früher niemals hätten gezeigt werden können. Hätte jemand dies versucht, hätte die Gesellschaft lautstark dagegen protestiert. Doch heute wird vieles, was einst inakzeptabel war, in den Medien zur Schau gestellt, und niemand erhebt Einwände. Die Menschen sitzen mit ihren Familien im Wohnzimmer und sehen sich im Fernsehen Dinge an, die gestern noch der Privatsphäre des Schlafzimmers vorbehalten waren.
Was hat sich geändert? Es sind nicht die Medien, die sich geändert haben. Die Medien spiegeln lediglich wider, was in der geistlichen Atmosphäre geschehen ist.

Es gab eine Zeit, in der Frömmigkeit als etwas Gutes und Bewundernswertes angesehen wurde. Unternehmen stellten bewusst Christen ein, weil sie wussten, dass diese Menschen ehrlich und integer waren. Heute werden Christen von manchen als puritanisch, engstirnig und intolerant dargestellt – als Menschen, die man meiden sollte. Diese Denkweise hat Frömmigkeit unerwünscht gemacht und zeigt die Finsternis, die im Land herrscht.

Die geistliche Atmosphäre hat ein Gesetz, einen Lebenskodex, und dieser regiert das Land. Es ist dieser geistliche Lebenskodex, der bestimmt, was in der Gesellschaft geschehen wird, und der sich in jedem Lebensbereich widerspiegelt. Der geistliche Lebenskodex ist es, der das Weltgeschehen im Land bestimmt.

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