Mark Daniel beschreibt, wie er erst durch seine Reisen mit John Mulinde verstand, dass Christen sehr unterschiedliche Vorstellungen von Gebet haben können. Obwohl beide dieselben Worte verwendeten, merkte Mark erst durch Beobachtung, dass Pastor John eine viel tiefere, intensivere Art des Gebets lebte. Er sah, wie John in die Gegenwart Gottes eintrat und wie kraftvoll die Ergebnisse seiner Gebetszeiten waren.
Ein Beispiel dafür ist Johns erste Reise nach Amerika. In Chicago wollte er beten – und sagte später: „Ich bin gescheitert.“ Mark verstand das zunächst nicht, denn er hatte nie darüber nachgedacht, beim Beten „scheitern“ zu können. John erklärte, dass er trotz einer Stunde Gebet und Anbetung die Gegenwart Gottes nicht spüren konnte. Das beunruhigte ihn zutiefst, weil er gewohnt war, jedes Mal in Gottes Gegenwart zu kommen. Er fragte Gott, ob er etwas getan habe, das den Heiligen Geist betrübt.
Mark erkannte dabei, dass er selbst oft betete, ohne Gottes Gegenwart zu erleben – und es trotzdem als „erfolgreiches Gebet“ betrachtete. Er war zufrieden mit Routinen: Bibel lesen, beten, Lobpreis. Für John hingegen war Gebet erst dann gelungen, wenn er durch alle Hindernisse hindurch in Gottes Gegenwart durchgebrochen war. Für ihn war das die Grundlage, um Gottes Willen im Alltag zu leben.
Mark erklärt, dass viele Christen zwar von „Gebet“ sprechen, aber völlig Unterschiedliches meinen. Deshalb müsse man sehr klar definieren, was ein Gebetsaltar ist: nicht eine Routine, sondern ein Ort der realen Begegnung mit Gott.
Der eigentliche Sinn eines Altars ist:
- in Gottes Gegenwart zu kommen,
- mit Ihm zu kommunizieren,
- Sein Leben und Seine Weisheit zu empfangen,
- Kraft für Herausforderungen zu bekommen.
Dunkle Kräfte – Sünde, Fleisch, Angst, Zweifel, Ablenkungen, geistliche Angriffe – versuchen, diese Verbindung zu stören. Wer nicht regelmäßig in Gottes Gegenwart lebt, merkt oft gar nicht, wie weit er sich entfernt hat. Wer aber in Seiner Gegenwart lebt, spürt sofort, wenn etwas die Verbindung blockiert.
Darum beginnt jeder Gebetsaltar im Herzen. Wer diesen persönlichen Altar pflegt, lebt mit einem weichen, offenen, hörenden Herzen, das dem Heiligen Geist Raum gibt. So entsteht ein Lebensstil des „Bleibens in Seiner Gegenwart“.
Mark berichtet, dass die Ugander ihm zeigten, wie oberflächlich seine bisherigen Gebetszeiten waren. Statt 30 Minuten am Morgen begannen sie ihn herauszufordern, täglich 45–60 Minuten Bibel und ebenso lange Gebet und Anbetung zu praktizieren. Als er das tat, begann Gott, sein Inneres zu reinigen, seine Denkweise zu verändern und seine geistliche Sensibilität zu schärfen. Er lernte, den ganzen Tag über in Gottes Gegenwart zu bleiben und früh zu erkennen, wenn etwas diese Verbindung bedrohte.
Die Einleitung endet mit der Aussage, dass Kommunion – also das tiefe Zusammensein mit Gott – der Kern des Altars ist: Gott dienen, Ihn anbeten, Sein Wort aufnehmen und das eigene Leben als Opfer darbringen. Aus dieser Haltung heraus offenbart Gott Sein Herz, gibt Erkenntnis und bricht die Mächte der Finsternis.