Wir leben in Zeiten, in denen keine menschliche Kraft und Ausdauer standhalten kann. Der Druck der Systeme um uns herum wird immer stärker. Jeder, der weiß, was richtig und was falsch ist, wird ständig auf die Probe gestellt; und Tag für Tag geben wir ein Stückchen mehr nach und gehen ein wenig mehr Kompromisse ein. Wir überlassen der Finsternis immer mehr Raum, wie wir am Beispiel Lots sehen können.
Wenn wir uns weiterhin auf unsere eigene menschliche Weisheit, unser Verstand und unser Verständnis verlassen, werden wir immer weiter abgleiten, unsere moralischen Maßstäbe werden sich weiter verschlechtern, und unsere Nationen werden sich weiterhin von Gott abwenden. Aber Gott sucht Menschen, die „Nein“ zu den Diktaten der Gesellschaft sagen; Er sucht Menschen, die wie Schadrach, Meschach und Abednego sagen: „Wir wählen Gottes Weg.“
Der einzige Weg, wie wir Gottes Weg wählen können, besteht darin, uns auf Seine Kraft zu verlassen statt auf unsere eigene. Wir müssen Ihn daher suchen. Wir werden Ihn nicht suchen, damit wir das Richtige tun können; wir werden Ihn suchen, weil wir Ihn finden werden und Er uns befähigen wird, das Richtige zu tun. Wir werden in der Lage sein, „Großes zu vollbringen“, weil unser Gott uns die Kraft dazu geben wird. Wenn wir Gott nicht suchen und uns nicht auf Seine Kraft verlassen, wird der Geist des Landes, ohne dass wir es merken, Einfluss auf uns nehmen und uns verändern, so wie es Lot widerfahren ist.
Die Sünde schleicht sich unbemerkt ein
Dieser fromme Mann Lot geriet in die Lage, seine Töchter der Vergewaltigung und dem sexuellen Missbrauch auszuliefern. Er war sich nicht bewusst, dass sich etwas tief in ihm eingenistet hatte. Es drang so tief in ihn ein, dass er in einer ausweglosen Situation seine moralischen Maßstäbe auf ein herzloses Niveau senken konnte.
Etwas Ähnliches geschah mit Lots Frau. Obwohl es in den Trümmern von Sodom nichts mehr zu retten oder zu begehren gab, blickte sie zurück auf die Stadt, obwohl Gott sie gewarnt hatte, dies nicht zu tun, und sie wurde in eine Salzsäule verwandelt (Gen 19,17.26). Etwas hatte sich tief in ihr Herz eingeschlichen, dessen sie sich überhaupt nicht bewusst war, und sie war Gott ungehorsam und verlor in diesem Moment ihr Schicksal! Wir mögen denken, dass das tragische Schicksal von Lots Frau ungerecht ist, aber ihre Sünde reicht tiefer als der bloße Akt des Zurückblickens.
Sogar Jesus erwähnte Lots Frau:
Ebenso ging es auch in den Tagen Lots zu: Sie aßen, sie tranken, sie kauften und verkauften, sie pflanzten und bauten; an dem Tag aber, als Lot aus Sodom wegging, regnete es Feuer und Schwefel vom Himmel und vertilgte alle. Gerade so wird es sein an dem Tag, da der Sohn des Menschen geoffenbart wird. Wer an jenem Tag auf dem Dach ist und sein Gerät im Haus hat, der steige nicht hinab, um dasselbe zu holen; ebenso, wer auf dem Feld ist, der kehre nicht wieder zurück. Gedenkt an Lots Frau! Wer sein Leben zu retten sucht, der wird es verlieren, und wer es verliert, der wird es erhalten.
Lukas 17:28-33 (Schlachter 2000)
Im Himmel sind Gehorsam und das Vertrauen auf Gott von größter Bedeutung. Wo ist dein Herz? Der Herr, der dich rettet, sagt: „Komm zu mir. Ich bereite dir einen Weg in die Sicherheit. Wende dich nicht ab.“ Doch das Herz von Lots Frau war berauscht von den Dingen Sodoms und Gomorrhas. Sie wandte sich um und wurde gerichtet. Sie hatte andere Götter in ihrem Leben, vor denen sie sich verneigt hatte, was für Gott unerträglich war.
„Du sollst keine anderen Götter neben mir haben. Du sollst dir kein Bildnis machen … Du sollst dich nicht vor ihnen niederwerfen und ihnen nicht dienen“ (2. Mose 20,3–5). Lots Frau hat sich vielleicht nicht unbedingt vor einem physischen Götzenbild niedergeworfen, aber alles, was wichtiger ist als Gott und sein Wort, ist ein Götze.
Was ist mit den Töchtern, die mit guter Erziehung aufgewachsen sind? Sie lebten schließlich allein mit ihrem Vater in einer Höhle in den Bergen, wobei die eine die andere davon überzeugte, dass sie mit ihm schlafen sollten, damit sie Kinder bekommen könnten (Gen 19,30-38). Die Geschichte von Lot und seiner Familie endet damit, dass jede Tochter von ihrem Vater geschwängert wurde. Lots Nachkommen sind die Moabiter und Ammoniter, die Israel für immer ein Dorn im Auge bleiben.
Ist das natürliche Leidenschaft? Ist das etwas, das Lots Töchter gelernt oder bei anderen beobachtet haben? Ein solches Verhalten wäre im Haus Lots sicherlich nicht geduldet worden, doch es ist sehr gut möglich, dass sie es in Sodom gesehen haben, wo die sexuelle Unzucht so abscheulich war, dass der Herr herabkam, um die Stadt zu vernichten.
Der Geist des Landes war unbemerkt in ihre Herzen eingedrungen. Ihr Verstand war klar, doch ihr Geist war befleckt. Eine Tochter schlief mit ihrem Vater und sagte: „Ich habe letzte Nacht mit meinem Vater geschlafen. Lass uns ihn auch heute Abend Wein trinken lassen. Dann geh hinein und schlafe mit ihm“ (Gen 19,34). So weit waren ihre Seelen verdorben.
Keine Seele wurde aus Sodom und Gomorra gerettet. Lot verlor seine Ehe, seine Kinder, die Generationen, die ihm folgten, seinen Reichtum und sein Schicksal.
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