Kapitel 5-2 Ein Altar hat oberste Priorität in unseren Leben

Das Alte Testament spricht von bestimmten Wachen und Zeiten am Altar: dem Abendopfer, der Nachtwache, der zweiten oder dritten Wache usw. Dies sind bestimmte Zeiten, zu denen das Volk an einen bestimmten Ort kam, um mit Gott in Gemeinschaft zu treten und ihm zu begegnen.

Die Geschichte von Esra ist ein gutes Beispiel dafür (Esra 9,1–5). Als er mit dem Problem der Mischehen unter dem Volk Israel konfrontiert war, zerriss Esra seine Kleider und raufte sich die Haare und den Bart. Die Bibel berichtet, dass er „bis zum Abendopfer in tiefer Bestürzung verharrte“ (V. 4). Er stöhnte und jammerte den ganzen Tag; er konnte nicht einmal beten. Doch als die Zeit für das Abendopfer gekommen war, zwang er sich, seine Trauer und sein Fasten abzulegen, um zum Abendopfer zu gehen (V. 5).

Esra zwang sich nicht, am Opfer teilzunehmen, weil er sich inspiriert fühlte; er tat es, weil es eine festgelegte, tägliche Zeit der Begegnung mit Gott war und er diese Gebetszeit einhalten wollte. Daniel hielt jeden Tag an den drei Gebetszeiten fest, selbst als dies verboten war (Dan 6,10).

Im Neuen Testament legte Jesus weiterhin größten Wert darauf, sich mit Gott zu treffen. Es gab zwei bestimmte Zeiten, zu denen er dies regelmäßig tat: entweder früh am Morgen, bevor alle anderen aufstanden, oder spät am Abend. Es kam sogar vor, dass er die ganze Nacht betete. Das war kein Zufall; es war etwas, das in seinem Leben
oberste Priorität hatte.

Paulus, der mit allerlei Bedrängnissen konfrontiert war, sagte, dass er von Tag zu Tag innerlich erneuert wurde (2 Kor 4,16); diese Erneuerung erfuhr er durch seine Zeit am Altar. Die Jünger sagten, als sie all dem Druck und den Anforderungen des Dienstes ausgesetzt waren, dass sie andere Menschen brauchten, die ihnen bei der Arbeit halfen,
weil sie das ständige Lesen des Wortes und das Gebet nicht aufgeben konnten (Apg 6:4). Das war der Altar. Sie machten ihn zu einer Priorität in ihrem Leben. 

Auch heute ist es gut, diese Praxis beizubehalten, bestimmte Zeiten festzulegen, zu denen wir uns an unseren persönlichen, familiären oder anderen Altären versammeln. Das bedeutet nicht, dass wir uns in Selbstvorwürfe oder Entmutigung flüchten, wenn etwas dazwischenkommt und uns an einem Tag Schwierigkeiten bereitet. Es bedeutet jedoch, dass wir erkennen, dass die Priorisierung unserer Zeit und die Hingabe unserer ersten Zeitfrüchte an Gott beim Aufbau des Altars ein Schlüsselelement dessen ist, was ein Gebetsaltar ausmacht. Wir geben Ihm nicht die übrig gebliebene Zeit. Wir machen die Zeit für den Dienst am Altar zu einer Priorität.

zu Kapitel 6

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